Ein überzeugend formulierter Vorschlag kann auf einer schwachen Quelle beruhen. Für die fachliche Arbeit zählen deshalb drei getrennte Schritte: die Grundlage prüfen, den Vorschlag beurteilen und die Entscheidung verantworten. Der Arbeitsablauf muss diese Unterschiede erhalten.
Unterstützung an einer konkreten Aufgabe messen
Eine sinnvolle Ausgangsfrage lautet: Welche einzelne Tätigkeit soll unterstützt werden? Ein Dokument einer Akte zuordnen, eine Angabe zur Übernahme vorschlagen oder einen Vergleich vorbereiten sind unterschiedliche Aufgaben. Jede benötigt eigene Grenzen und einen passenden Prüfschritt.
Die in der juristischen und betriebswirtschaftlichen Literatur diskutierten Grenzen von Sprachmodellen sprechen für eine solche konkrete Betrachtung. Für unsere Produktarbeit folgt daraus ein Gestaltungsprinzip: Ein Ergebnis muss an seinem fachlichen Verwendungszweck überprüft werden können. Eine überzeugende Formulierung genügt dafür nicht.
Quelle, Vorschlag und Bestätigung sichtbar halten
| Stand | Was das Team sehen sollte | Nächste Aufgabe |
|---|---|---|
| Quelle | Original, Fundstelle und zugehöriger Vorgang | Relevanz und Vollständigkeit prüfen |
| Vorschlag | Vorbereitete Angabe und erkennbare Unsicherheit | Mit der Grundlage abgleichen |
| Bestätigung | Begründetes Ergebnis und zuständige Person | Für den vereinbarten Zweck weiterverwenden |
Auch ein formal plausibler Quellenverweis muss überprüfbar sein. Wenn die Grundlage fehlt, sollte das Team den Vorgang als offen behandeln können. Für juristische Arbeit betrifft das etwa die tatsächliche Existenz und den Inhalt einer Fundstelle; bei Gebäudedaten die Zuordnung einer Zahl zur passenden Einheit und Periode.
„Aus diesen Beispieldokumenten Angaben zur manuellen Übernahme vorbereiten“ lässt sich gezielt erproben. Dafür können Team und Entwickler gemeinsam beurteilen, welche Vorschläge richtig zugeordnet sind und wo Korrekturen nötig werden.
Den Beispielsatz auf die wirkliche Aufgabe zuschneiden
Eine Untersuchung mit vorgegebenen Antwortmöglichkeiten misst eine enger gefasste Leistung als die Bearbeitung einer Mandatsakte. Dort kommen Dokumentauswahl, Sachverhaltserfassung, Quellenprüfung und mehrere aufeinander aufbauende Beurteilungen hinzu. Die juristische Literatur zur Leistungsbewertung von Sprachmodellen macht diese Reichweite eines Tests zum Thema. Für einen Piloten sollte deshalb genau die vereinbarte Aufgabe mit passenden Beispielen geprüft werden.
Bei der Übernahme von Angaben aus Dokumenten können wir beispielsweise richtige Zuordnung, Vollständigkeit und Umgang mit fehlender Grundlage einzeln betrachten. Ein plausibler Wert am falschen Unternehmen zählt dabei als fehlerhafte Zuordnung. Ein Beispiel ohne eindeutige Angabe prüft, ob der Vorschlag eine Lücke sichtbar lässt oder eine unbelegte Antwort liefert.
Das Ergebnisprotokoll sollte den geprüften Beispielsatz, die verwendete Systemversion, beobachtete Fehler und notwendige menschliche Korrekturen enthalten. Bei Änderungen an Modell oder Aufgabenstellung lässt sich entscheiden, welche Beispiele erneut relevant sind. Für eine begrenzte Datenaufgabe entsteht damit ein überprüfbarer Maßstab für Nutzen und Kontrollaufwand. Die Pilotplanung verbindet diesen Maßstab mit den vereinbarten Leistungen.
Arbeitsblatt: den Kontrollpunkt definieren
- Eine Aufgabe und ihren fachlichen Zweck benennen.
- Erlaubte Eingaben und Datenquellen festlegen.
- Die Originalgrundlage am Vorschlag erreichbar halten.
- Umgang mit fehlenden, widersprüchlichen oder unklaren Angaben bestimmen.
- Eine Person oder Rolle für die Bestätigung benennen.
- Ein geeignetes Beispielset und die zu prüfenden Ergebnisse vereinbaren.
Ein brauchbarer Prüfvermerk benennt Quelle, Vorschlag, erkannte Unsicherheit und die fachliche Entscheidung. Eine zweite Person sollte erkennen können, was bestätigt wurde und was noch offen ist. Die rechtlichen Anforderungen an den konkreten KI-Einsatz sind zusätzlich einzuordnen.
Fachkompetenz und Entwicklung zusammenbringen
Im Piloten verbinden wir die fachliche Arbeitsfrage mit einer konkret vereinbarten technischen Aufgabe. Dazu gehört festzulegen, welche Unterstützung nützlich ist, welche Fehler den Einsatz ausschließen und welcher Korrekturaufwand vertretbar bleibt.
Die Website-Demos laufen lokal mit Beispieldaten und verwenden keinen KI-Dienst. Sie zeigen die Struktur der Bearbeitung. Eine konkrete KI-Funktion samt Modell, Datenfluss und Kontrolle gehört in den vereinbarten Pilotumfang.
Quellen & Einordnung
Literatur, die in die thematische Recherche eingeflossen ist:
- Conrads/Schweitzer: Juristische Problemlösung mit KI – Leistung und Grenzen großer Sprachmodelle, NJW 2025, 2888.
- LG Frankfurt a. M., Beschluss vom 25.9.2025 – 2-13 S 56/24, ZWE 2026, 66.
- Weltersbach/Bauß: Vertikale Integration der KI-VO in das Risikomanagement von Finanzinstituten, BKR 2026, 1.
Eigene redaktionelle Einordnung und praktische Arbeitshilfe von kaner.it. Die genannten Publikationen dienen als weiterführende Literatur. Rechtsgrundlagen sind, soweit im Beitrag verwendet, direkt verlinkt.
Allgemeine Orientierung zum angegebenen Stand. Die konkrete rechtliche und fachliche Einordnung Ihres Falls sowie der vereinbarte Pilotumfang bleiben gesondert zu prüfen.